Für seine herausragenden Verdienste um die medizinische Notfallversorgung ist Dr. Erwin Stolpe, einer der Pioniere der Luftrettung in Deutschland und Mitbegründer des „Fördervereins Christoph 1“, mit dem „Stern der Sicherheit“ ausgezeichnet worden, der Bayerischen Staatsmedaille für Innere Sicherheit. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann überreichte die Ehrung, die seit 2013 verliehen wird, bei der Eröffnung des AirMed World Congress 2026 in München. Dr. Stolpe steht wie kaum eine Persönlichkeit für die professionelle Weiterentwicklung der Luftrettung in den vergangenen Jahrzehnten. Der Unfallchirurg versah in seiner Laufbahn unter anderem die Funktion des Leitenden Notarztes des Münchner Rettungshubschraubers „Christoph 1“, war Medical Director der ADAC Luftrettung sowie Berater zahlreicher notfallmedizinischer Organisationen und Unternehmen im In- und Ausland. So gehen beispielsweise Entwicklung und Bau der ersten Kabinenausstattung eines Rettungshubschraubers speziell für die Belange von Notfallpatienten auf seine Initiative zurück. Zudem war Dr. Stolpe federführend an der Einführung der Rettungswinde in der Luftrettung beteiligt. „Seine Weitsicht und seine Visionen waren entscheidend für die Entwicklung der schnellen Hilfe aus der Luft“, würdigte Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung, das Wirken Stolpes.. Mit der Einführung neuer internationaler medizinischer Standards sowie der Etablierung wissenschaftlich gestützter, faktenbasierter Rettungsmedizin habe er die europäische Luftrettung maßgeblich beeinflusst: „Ohne ihn wäre insbesondere die ADAC Luftrettung nicht das, was sie heute ist: eine sehr erfolgreiche Organisation.“ So gelte dessen Leitsatz „Exzellente Patientenversorgung bei höchster Flugsicherheit“ bis heute für die ADAC Luftrettung.
Der AirMed World Congress kam in diesem Jahr nach 46 Jahren seines Bestehens wieder an seinen Ursprungsort München zurück. Diese internationale Fachveranstaltung wurde 1980 in der bayerischen Landeshauptstadt gegründet. Die gemeinnützige ADAC Luftrettung gehörte zu den Gründungsinitiatoren. Zudem steht München als Stadt wie kaum ein anderer Ort für die Luftrettung in der Bundesrepublik. Dort wurde am 1. November 1970 im Klinikum Harlaching mit „Christoph 1“ der erste zivile, dauerhaft betriebene Rettungshubschrauber Deutschlands in Dienst gestellt. Veranstaltet wurde der Kongress von der ADAC Luftrettung gemeinsam mit dem europäischen Dachverband der Luftretter, dem European HEMS and Air Ambulance Committee (EHAC). 2026 brachte das Forum rund 800 Teilnehmende aus 40 Ländern aus den Bereichen Luftfahrt, Medizin, Management, Behörden und Industrie zusammen.