Tagesablauf

Morgencheck

Die tägliche Einsatzbereitschaft beginnt im Winter mit Sonnenaufgang, in den Sommermonaten ab 7:00 Uhr und endet mit Sonnenuntergang. Bevor sich die Crew bei ihrer zuständigen Rettungsleitstelle einsatzklar meldet, wird die Maschine vom Bordtechniker einer Vorflugkontrolle unterzogen, um sicherzustellen, dass z.B. über Nacht kein Öl aus dem Getriebe gelaufen ist, dass alle wichtigen Verbindungen intakt sind, die Steuerung in Ordnung ist, alle Lampen brennen und die Rettungswinde funktioniert.

Medizincheck

Der diensthabende TC-HEMS (Notfallsanitäter) und der Arzt überprüfen unterdessen die medizinische Ausrüstung in der Maschine und in den Notfallrucksäcken.

Windencheck

Anschließend bespricht der Windenoperator mit dem jeweils diensthabenden TC-HEMS und dem Arzt die Verfahren für einen Windeneinsatz in Theorie und Praxis, um sicherzustellen, dass bei einem solchen Einsatz alle Handgriffe sitzen.

Bereitschaft & Arbeiten auf der Station

Einen Teil der Zeit verbringt man allerdings mit Warten und diversen anderen Arbeiten auf der Station, wie die regelmäßige Kontrolle des Verbrauchsmaterials, Dokumentationen, Bestellungen und Wartungen. Auch das Waschen der Maschine ist ein Bestandteil der regelmäßigen Arbeit, immer im Hinblick darauf, jederzeit starten zu können.

Alarmierung

Jederzeit kann es passieren dass die Integrierte Leitstelle der Berufsfeuerwehr München uns zu einem Einsatz alarmiert. Im Jahresschnitt passiert dies rund 4 mal pro Tag.

Einsatz Vorbereitung

Über Funk, per Fax und über ein Alarmierungsdisplay werden die Einsatzkoordinaten an die Crew übermittelt. Während der Pilot schon die Turbinen anlässt, bestätigt der TC-HEMS den Einsatz bei der Leistelle. Beim Anlassen der Turbinen steht der Winchoperator neben der Maschine, checkt nach dem Einsteigen der Crew nochmal alle Klappen und Verschlüsse und nimmt als letzter neben dem Piloten vorne links im Cockpit platz.

Start

Spätestens 2 Minuten nach der Alarmierung ist der Hubschrauber in der Luft.

Landung

Aus der Luft ist die Einsatzstelle in der Regel gut ersichtlich. Der Pilot sucht sich einen geeigneten Landeplatz in der Nähe. Hierbei muss er auf viele Dinge besonders aufpassen. Lose Teile, Sonnenschirme, Zäune und nicht zuletzt diverse oberirdische Leitungen machen die Landeplatzwahl oftmals nicht einfach. Die komplette Crew hilft ihm dabei.

Versorgung

Der Verletzte/Erkrankte wird von der medizinischen Crew, in Zusammenarbeit mit den Kollegen der bodengebundenen Rettungsdienste, versorgt, stabilisiert und bei Bedarf schließlich in den Hubschrauber gebracht. Die Entscheidung ob ein Patient mit dem Hubschrauber oder Rettungswagen transportiert wird hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählt das Erkrankungs-/Verletzungsmuster, die Nähe zur nächsten geeigneten Klinik und nicht zuletzt das Wetter.

Transport

Auch in der Maschine wird der Patient während des Fluges intensiv medizinisch betreut.

Ausladen

Nach der Landung im Krankenhaus wird der Patient ausgeladen. In der Regel wird eine kurze Nachlaufzeit abgewartet, bevor die Turbinen abgeschaltet werden und der Rotor steht. Nur in extrem dringenden Fällen wird bei laufendem Rotor ausgeladen um die gesundheitliche Belastung durch Lärm und Abgase sowohl für Patient, als auch für die Crew, gering zu halten.

Übergabe

In der Klinik angekommen, findet die weitere Versorgung im Schockraum statt. Das Krankenhaus wird vorab über die zuständige Rettungsleitstelle und in Sonderfällen über Mobiltelefon der Crew über den Zustand und das Verletzungsmuster des Patienten informiert.

Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz

Im Anschluss an jeden Einsatz folgt nach dem wieder Auffüllen des Verbrauchsmaterials, dem Tanken der Maschine der -mittlerweile elektronische- Papierkram. Es müssen vom Piloten bzw. Windenoperator, vom Arzt und vom Notfallsanitäter jeweils eigene Protokolle über den Einsatz angefertigt werden. Diese Protokolle werden noch am selben Tag per Intranet in die ADAC Zentrale gesandt.